Landesgartenschau in Tittmoning

Landesgartenschau in Tittmoning? – Eha!

Diesen Gedanken muss man erst einmal sacken lassen, ein bisschen hin und her bewegen, immer wieder aus anderen Perspektiven betrachten. Und je länger man sich damit auseinandersetzt, desto mehr wird man sich der Möglichkeiten bewusst, die sich mit einer Bayerischen Landesgartenschau für Tittmoning eröffnen. Bereits am 12. Juni lud Bürgermeister Andreas Bratzdrum dazu zum Bürgerdialog ein, bei dem erste Informationen der Bürgerschaft und Vertretern der Vereine präsentiert und Anregungen aus der Bevölkerung aufgenommen wurden.

Nach mehreren Besuchen von Landesgartenschauen und mit Blick auf die positiven Wirkungen auf eine Stadtentwicklung und nicht zuletzt auf Anregung aus der Tittmoninger Bevölkerung befasste er sich bereits im letzten Jahr mit der Idee, sich für eine Landesgartenschau in Tittmoning zu bewerben. Dass eine Landesgartenschau unser Tittmoning mit allen Ortsteilen im Bereich der Stadtentwicklung, des sozialen Lebens, der Kultur und des Tourismus, aber auch auf ökologischem Gebiet einen großen Schritt voranbringen kann, davon ist Andreas Bratz­drum überzeugt. Eine durchwegs positive Reaktion und große Zustimmung erhielt der Bürgermeister, als er die Stadträte über seine Vision für Tittmoning 2030 informierte.

Einblick für Bürger am Infoabend

Der nachfolgende Informationsabend zu dem Thema verschaffte den Mitgliedern des Stadtrats und Mitarbeitern der Verwaltung einen tieferen Einblick, was eine Landesgartenschau ausmacht, wie das Prozedere einer Bewerbung abläuft, welche Anfangs- und Folgekosten damit verbunden sind und in welchem Ausmaß dringend notwendige Zukunftsprojekte der Stadt im Rahmen einer Landesgartenschau gefördert werden.

Martin Richter-Liebald, Geschäftsführer der Bayerischen Landesgartenschau GmbH (LGS GmbH) und Landschaftsarchitekt, erläuterte dabei die formalen Abläufe. Im ersten Schritt bekundet eine Stadt mit einer groben Ideenskizze gegenüber der LGS GmbH ihr Interesse an der Durchführung einer Landesgartenschau. Derzeit sind die Jahre 2028 bis 2032 für Bewerbungen ausgeschrieben. Unterstützt wird man bereits in dieser Phase in Vorgesprächen durch Fachleute der LGS GmbH.

Wenn unsere Stadt bereits in der Vorrunde mit ihrer Idee überzeugt, kommt Tittmoning in die nähere Auswahl. Dann gilt es, für die eigentliche Bewerbung die Grundidee konkret auszuarbeiten. Bürgerinnen und Bürger werden dabei bereits ab der Interessensbekundung und auch in der anschließenden Bewerbungsphase, also von Beginn an informiert und eingebunden. Die Planungskosten werden mit circa 50.000 € beziffert.

Würde Tittmoning in einem letzten Schritt die hochkarätige Fachjury überzeugen, wird der endgültige Zuschlag Mitte 2022 erteilt und anschließend eine eigens für die Landesgartenschau zuständige GmbH gegründet, die paritätisch durch die LGS GmbH und die Stadt Tittmoning besetzt würde. In einem Gemeinschaftsprojekt von Gesellschaft und Stadt wird das Vorhaben mehrere Jahre bis zum eigentlichen Termin der Landesgartenschau konkretisiert und schrittweise umgesetzt. Die LGS GmbH unterstützt durch ihre jahrzehntelange Expertise die Städte und Gemeinden stets bei der erfolgreichen Durchführung der Landesgartenschau.

Durchwegs positive Erfahrungen

Über die erfolgreiche Vor- und Nachbereitung sowie Umsetzung ihrer Landesgartenschau und den daraus gewonnenen Erfahrungen berichteten Bürgermeister Stefan Ultsch und Verwaltungsleiter Peter Schubert aus Wassertrüdingen bei einem Workshop des Stadtrates im April im Stadtsaal. Bis heute profitiert die Stadt von der Nachhaltigkeit der Initialzündungen durch die Landesgartenschau:

https://www.lgs.de/presseinformation-bayerische-gartenschau-wassertruedingen-gute-zahlen-ein-jahr-nach-abschluss-der-veranstaltung/

Und es gibt durchaus Parallelen zwischen Wassertrüdingen und Tittmoning. Die beiden Städte haben ähnlich viele Einwohner, beide Städte liegen an einem Fluss, haben einen historischen Stadtkern und sind gut zu erreichen: Wassertrüdingen zwischen der Fränkischen Seenplatte und Dinkelsbühl/Rothenburg und Tittmoning im Rupertiwinkel in Reichweite von Passau und Salzburg. In beiden Orten gibt es viele Attraktionen für Tagesausflüge.

Die historische Altstadt vonTittmoning ist nahezu vollständig erhalten und damit einmalig. Zusammen mit der darüber thronenden Burg und der Salzach als Grenzfluss zu Österreich ergibt sich ein beeindruckendes Ensemble. Ergänzt wird es durch die wilde Schönheit des Ponlachgrabens und der Auenlandschaft. Es liegt nahe, diese Attraktionen für die Landesgartenschau noch stärker herauszuarbeiten und in Szene zu setzen.

Stadtentwicklung inklusive

Das Motto „Wasseradern als Lebensadern der Denkmalstadt“ ermöglicht es, eine Vielzahl von Maßnahmen zur behutsamen und nachhaltigen Stadtentwicklung unter einem gemeinsamen Ziel zusammenzufassen. Darunter fallen Aufgaben wie etwa den Gerberberg verkehrsberuhigt und fußgängerfreundlich zu gestalten, die Wasserläufe in der Altstadt erlebbar zu machen, das geplante Park- und Mobilitätshaus in der Wasservorstadt in das Ensemble einzufügen, Flächen wie den Hartplatz, den Burghof und den Zwinger aufzuwerten und den Ponlachgraben als Ort der Aufenthaltsqualität für Resilienz, Krafttanken und „Natur spüren“ zu entwickeln.

Die Umsetzung der Maßnahmen soll Tittmoning attraktiver für seine Bewohner, für Naherholungssuchende und für Tagesgäste machen. Die Investitionen sollen die Stadt aber auch mit innovativen Ansätzen hinsichtlich künftiger Mobilitätsangebote und mit dem Ausbau des Radwegenetzes voranbringen. Und es soll das Stadtzentrum wiederbelebt und noch attraktiver gestaltet werden.

Nur gemeinsam machbar!

Solche Anstrengungen können nur gemeinsam bewältigt werden – von Bürgermeister, Stadtrat, Verwaltung und Bürgerschaft. Es herrscht bereits jetzt eine positive Grundstimmung, die nun aufgenommen und für das Gemeinschaftsprojekt „Landesgartenschau in Tittmoning“ nutzbar gemacht werden kann.

Ein reger Austausch mit allen Bürgern und Bürgerinnen sowie Bürgerinformationsveranstaltungen und laufende Informationen aus dem Rathaus über die Fortschritte des Projekts sind dabei bereits fest eingeplant.

Landesgartenschau, Planskizze

Ute Sesselmann

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