Betriebsrestaurant „Opernhalle“ bei Rosenberger

Selbstversorgung war gestern: Betriebsrestaurant „Opernhalle“ bei Rosenberger eröffnet

Am 2. Mai wurde im Stammwerk von Rosenberger das Betriebsrestaurant „Opernhalle“ eröffnet. Die Navitas Restaurations GmbH aus München, ein renommiertes Spezialunternehmen, das in der Region bereits mehrere Industriebetriebe kulinarisch betreut, hat die Leitung des Restaurants, das bis zu 700 frisch zubereitete Essen pro Tag auf den Tisch bringen kann, übernommen.

Das Betriebsrestaurant „Opernhalle“ bei Rosenberger wird eröffnet

Im Rahmen einer Feierstunde für die beteiligten Architekten, Planer und Mitarbeiter der Bau- und Handwerksbetriebe eröffneten Hans und Bernd Rosenberger und ihre Töchter Ina und Victoria stellvertretend für die Inhaberfamilie Rosenberger sowie Léon F. Wuest als Inhaber und Geschäftsführer der Navitas Restaurations GmbH das neue Betriebsrestaurant. Hans Rosenberger ging in seiner Ansprache auf die Geschichte des Gebäudes ein: Der Industriemakler Rolf Dumpe hatte 1950/51 eine Fabrik für Heizungsarmaturen errichten lassen und diese um eine Villa mit Schwimmbad für sich und eine Mehrzweckhalle für die Belegschaft ergänzt. Es wurde erzählt, Dumpe habe zur Eröffnung der Halle ein Opern-Ensemble engagiert – daher der für ein Industriegebäude ungewöhnliche Name. Noch vor der Aufführung wurde aber das Konkursverfahren gegen Dumpe eröffnet, eine der größten Pleiten im frühen Nachkriegs-Bayern. Nach drei Jahren für Planung und Umbau sei dieses Bauwerk jetzt rund 70 Jahre nach seiner Erbauung zum ersten Mal dem eigentlichen Verwendungszweck nahe gekommen.

Aus der Gemeinschaftshalle, in den frühen 1950er Jahren mit Bühne, Billardsalon und Kegelbahn gebaut und von der Firma Rosenberger ausschließlich für Industrieproduktion genutzt, haben die Architekten und Fachplaner der Hinterschwepfinger Projekt GmbH, gemeinsam mit dem Küchenplaner Tillman Braune, der Innenarchitektin Gerlinde Schumacher, sowie mit Ina Rosenberger und Maria Heinz (Interne Dienste) nun ein Betriebsrestaurant der Extraklasse für alle Sinne geschaffen. Das betrifft nicht nur das helle, freundliche, von modernem Holz-und Industrie-Design geprägte Ambiente, sondern auch den gesamten, großzügigen Bereich der Menü-Ausgabe. „Wir waren von Anfang in die Küchen- und Ausgabe-Planung involviert, so dass wir sowohl für die Gäste als auch unsere Mitarbeiter die bestmögliche Umgebung zum Arbeiten und Genießen schaffen konnten“, freute sich Léon F. Wuest.

Das Betriebsrestaurant „Opernhalle“ bietet über 300 Sitzplätze, inklusive einer Galerie, von der die großzügige Halle zu überblicken ist. Dazu kommen noch weitere 40 Plätze auf der Terrasse. Restaurantchef und Navitas F&B Manager Stephan Mang und sein insgesamt 24-köpfiges Team um und Küchenleiter Martin Schubeck und Sous-Chef Patrick Montemaggi bewirten seit Anfang Mai über 500 Tischgäste täglich, an manchen Tagen sind es bis zu 700. Dabei ist den kulinarischen Komponisten nicht nur wichtig, dass die Speisen mit Hand und Herz hausgemacht sind. Regionalität und Nachhaltigkeit stehen an erster Stelle: „Es ist mir besonders wichtig, dass wir hier nicht den bequemsten Weg gehen, sondern den leckersten und nachhaltigsten“, so Stephan Mang.

Entsprechend regional wird für die Gäste der „Opernhalle“ eingekauft, u.a. Dinkelmehl von der Aichermühle in Fridolfing, Bioschweine vom Chiemgauhof in Locking, Färsen vom Biohof Krumbachner in Kirchweihdach, Puten und Hähnchen vom Biohof Kettenberger in Tittmoning, Bayerischer Reis vom Chiemgaukorn-Hof in Trostberg, Eis vom Eisservice Dürbeck in Fridolfing, Frische Forellen von der Fischzucht Müllnerhof in Bad Endorf, Sonnenblumenöl von Johann Kraller in Tittmoning, Eier vom Bauern Lenz in Fridolfing, Backwaren von den Bäckereien Stadler in Surheim und Steinberger in Fridolfing, Wurstwaren u. a. von der Metzgerei Reitinger in Wiesmühl – und die „Rosenberger Currywurst“ von der Metzgerei Braunsperger in Laufen.

Schaukoch-Station in der „Opernhalle“ bei Rosenberger

Auf die Teller der Gäste kommt so täglich wechselnd und an mehreren Schaukoch-Stationen alles was das Herz begehrt: regionale Schmankerl, internationale Spezialitäten, aber auch jahreszeitlich angepasste Salatteller oder Salat-Bowls mit hausgemachten Dressings und wahlweise frischen kalten oder warmen/gegrillten Toppings an der Salatbar. Köchin Zeni Mühle aus Indonesien verwöhnt an ihrer Ausgabestation mit frisch zubereiteten asiatischen Leckereien aus frischem Gemüse in hausgekochten Soßen, immer wahlweise vegetarisch oder mit Fleisch/Fisch/Meeresfrüchten. Sous-Chef Patrick Montemaggi bereitet vor den Augen der Gäste täglich mediterrane Spezialitäten zu, von hausgemachter Pasta über Pizza bis hin zu mediterranen Gerichten, die nach Urlaub schmecken. Dazu bietet das Restaurant frisch zubereitete Suppen, Beilagensalate und Desserts. Neben dem Restaurant, das von 8:00 – 10:00 Uhr und 11:30 – 14:00 Uhr geöffnet hat, ist das Navitas-Team zudem täglich von 5:45 – 9:15 Uhr mit einem Brotzeitmobil für die MitarbeiterInnen der Frühschicht und von 18:15 – 19:15 Uhr für die Spätschicht auf dem insgesamt 133.000 qm großen Betriebsgelände unterwegs.

Die Rosenberger-Beschäftigten sind begeistert – sie haben längst nicht mehr an eine eigene Kantine geglaubt. „Als wir vor drei Jahren verkündeten, dass wir eine Kantine einrichten wollen, brach großes Gelächter aus. Solche Versprechungen hatte es nämlich schon öfter gegeben: Immer, wenn bei internen Umzügen von Fertigungsanlagen in einen Neubau ein Altgebäude frei wurde, gab es den Vorsatz und sogar Pläne, darin eine Kantine einzurichten. Aber leider machte das Wachstum unserer Firma jedes Mal einen Strich durch die Rechnung und der Platz wurde schnell wieder mit Maschinen voll gestellt. Der stehende Scherz bei jeder Betriebsversammlung der vergangenen Jahre war immer die Frage aus dem Publikum nach mehr Parkplätzen und der Kantine“, schmunzelt Hans Rosenberger, „aber jetzt haben wir endlich unser neues Restaurant Opernhalle und alle freuen sich nach der langen Wartezeit umso mehr!“

Die Geschichte der Opernhalle

1950: Industriemakler Rolf Dumpe erbaut – mit viel Fremdkapital – auf einer grünen Wiese in Pietling eine Fabrik für Heizungsarmaturen. Daneben entstehen diverse Gebäude, die nicht dem Zweck der Produktion dienten: Die herrschaftliche Villa mit Schwimmbad, die Pferdestallungen, eine Anzahl von Garagen für den privaten Fuhrpark und nicht zuletzt eine Gemeinschaftshalle mit Bühne, Billardsalon, Kegelbahn, Gästehaus und anderen
Annehmlichkeiten – die Opernhalle. Die Firma geht 1951 als größte Pleite der Nachkriegszeit in Bayern in die Geschichte ein.

1951: Die Opernhalle ist noch im Rohbauzustand, als das Gelände von der Firma Dr. Häberlein aus München erworben wird, um hier anspruchsvolle Produkte der Hochfrequenztechnik zu fertigen. Doch die Firma geht 1966 ebenfalls pleite – und die mittlerweile fertiggestellte Halle wird am Ende nur einmal genutzt: für eine Gläubigerversammlung zum zweiten großen Konkurs auf diesem Gelände.

1966/67: Hans Rosenberger sen., damals Eigentümer der Hans Rosenberger Maschinenbau in Tittmoning, wendet sich an den Konkursverwalter, weil er eine Maschine erwerben will. Doch durch die wunderbare Verkettung von Zufällen und unternehmerischen Wagnissen erwirbt er 1967 einen Teil des Firmengeländes und die Steckerfertigung aus der Konkursmasse. Die Opernhalle ist hier noch nicht dabei, kommt aber 1970, mit weiteren Gebäuden, nach dem Umzug von Tittmoning nach Pietling dazu und wird zur Fertigungshalle für Getriebe umgebaut. Das bleibt sie bis zum Produktauslauf 1994. Anschließend soll die Opernhalle für die Einrichtung einer schönen Lehrwerkstatt und später für den Werkzeugbau genutzt werden.

2020-2022: Umbau und Eröffnung des Restaurants „Opernhalle“